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Kreis Segeberg exklusiv // Nicht jeder muss ein Held sein

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Liebe Leserinnen und Leser,
ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber für meinen Geschmack werden in letzter Zeit doch etwas sehr viele Heldenepen gesungen. Als Menschen in Pflegeberufen, die gerade zu Beginn der Pandemie quasi ohne vernünftigen Selbstschutz und buchstäblich rund um die Uhr für ihre Patienten im Einsatz waren, dieser eher inoffizielle Status zuerkannt wurde, war ich sofort dabei. Hätte ich einen Balkon gehabt, hätte ich mitgeklatscht.
Doch seither erfährt der Helden-Begriff einen ziemlich inflationären Gebrauch. Jüngstes Beispiel ist eine Aktion des Kreises Segeberg und des BBZ, die für eine Ausbildung zum Erzieherberuf werben und dafür tatsächlich nach „Erzieher-Helden“ suchen. An diesem Beruf gibt es selbstverständlich absolut nichts gering zu schätzen, er ist sogar ungemein wichtig. Doch auch das Handwerk sucht in Krisenzeiten zunehmend verzweifelt nach Fachkräften. Bosselt an meiner verstopften Spüle womöglich bald ein selbst ernannter “Klempner-Held“ herum? Mit dem goldenen Pümpel am Revers? Aber ich will ja kein Spielverderber sein.
Eine andere Geschichte von KN-Online und Segeberger Zeitung, die zuletzt sogar landesweit für Schlagzeilen und Empörung gesorgt hat, ärgert mich aber wirklich. Dass die künftige Trasse der A20 unmittelbar an der Bad Segeberger Trave-Schule für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen vorbeiführen soll, ist in der Tat abenteuerlich. Aber: Wen genau hat es eigentlich bisher interessiert, dass die Dahlmannschule und die Gemeinschaftsschule am Seminarweg seit Jahrzehnten direkt an einer vierspurigen Bundesstraße liegen, die nicht nur das fehlende Verbindungsstück zwischen A20 und A21 darstellt, sondern auch noch einen Großteil des innerstädtischen Verkehrs aufnimmt? Lärmschutz: Fehlanzeige.
Die Fenster können dort weder bei drückender Sommerhitze noch zu Corona-Lüftungszwecken geöffnet werden. Unterricht wäre dann nämlich nicht mehr möglich. Aber das juckt niemanden – vielleicht, weil es sich nicht dafür instrumentalisieren lässt, den Weiterbau der A20 zu verhindern? Wir bleiben natürlich auch an diesem Thema für Sie dran.
Meine persönliche Lieblingsgeschichte ist dieses Mal so schräg, dass sie - gerade wegen ihres heiligen Ernstes - schon wieder lustig ist. Irgendwie. Für den Kreis Segeberg wird jetzt ganz offiziell eine eigene Hymne gesucht. Nur mal so ins Blaue gedacht: Die "Ballade vom unbekannten Verwaltungsbeamten” würde bestimmt jeden Festakt schmücken. Selbst auf Platt. Die Melodie soll es ja schon geben. Ich hätte ansonsten etwas in der Richtung “For he’s a jolly good fellow” vorgeschlagen. Hand aufs Herz!
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Wissen Sie, was es in unserem Job nicht gibt? Die sprichwörtliche Ruhe nach dem Sturm - oder besser: den Stürmen. Ylenia und Zeynep sind weitergezogen. Doch am Horizont braut sich schon wieder einiges zusammen. Nicht nur meteorologisch. Wir halten die Nase für Sie weiter in den Wind.
Viele Grüße
Ihr
Thorsten Beck
SZ-Redaktionsleiter
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